Abzweigdose
Wozu sie dient
In einer Abzweigdose werden Leitungen verbunden und verzweigt: Von der Zuleitung aus der Verteilung gehen Abzweige zu Steckdosen, Schaltern und Leuchten ab. Ohne Dosen müsste jede Steckdose eine eigene Leitung bis zur Verteilung haben. Andere Namen sind Verbindungsdose und Verteilerdose.
Bauformen
- Unterputz: runde Dosen mit 60 bis 100 mm Durchmesser, im Mauerwerk eingegipst, mit Deckel bündig zur Wand.
- Hohlwand: mit Krallen für Gipskartonwände.
- Aufputz: Kunststoffgehäuse mit Membraneinführungen, in Schutzart IP54 oder IP65 für Keller, Garage, Außenbereich und Feuchträume.
- Deckendosen mit Haken für Leuchten.
Klemmen
Verbunden wird heute mit Steckklemmen für eindrähtige Leiter oder Hebelklemmen, die auch flexible Leiter aufnehmen. Klassische Lüsterklemmen sind in Abzweigdosen nicht mehr üblich, weil sich Schraubverbindungen lockern können. Verdrillen und Isolierband sind unzulässig.
Regeln
- Jede Verbindungsstelle muss zugänglich bleiben. Eine Abzweigdose darf nicht überputzt, übertapeziert oder hinter einer festen Verkleidung verschwinden.
- Die Dose muss zur Umgebung passen: Im Bad und im Freien ist die Schutzart entscheidend.
- Schutzleiter werden in der Dose durchverbunden, nie unterbrochen.
- Die Anzahl der Leiter je Klemme darf nicht überschritten werden; die Dose darf nicht überfüllt sein.
In modernen Installationen
Viele Elektriker vermeiden Abzweigdosen und schleifen die Leitungen stattdessen in tiefen Schalter- und Steckdosendosen durch. Das spart Wandöffnungen und hält alle Verbindungen an Stellen, die ohnehin zugänglich sind. Bei einer Sanierung werden alte, unauffindbare Dosen zu einem Thema: Sie sitzen oft hinter Tapete oder Putz. Mehr dazu auf der Seite Elektroinstallation.