Tippbetrieb
Was Tippbetrieb ist
Im Tippbetrieb läuft ein Motor oder Antrieb nur, solange der Bediener den Taster gedrückt hält. Beim Loslassen stoppt er sofort. Die Schaltung ist die einfachste Motorsteuerung: Der Taster liegt direkt im Stromkreis der Schützspule, ohne den Haltekontakt der Selbsthaltung.
Wo Tippbetrieb verwendet wird
- Einrichten von Maschinen: Werkstück oder Werkzeug schrittweise positionieren, bevor die Maschine im Dauerbetrieb läuft.
- Rollläden und Jalousien: Lamellen um wenige Grad kippen. Jalousieschalter kombinieren deshalb beides: kurzer Druck kippt, langer Druck oder Doppeldruck fährt bis zur Endlage.
- Tore, Hebebühnen, Krane: Der Antrieb bewegt sich nur unter Aufsicht und stoppt, sobald die Hand vom Taster geht. Das ist die Totmannfunktion, die für viele Anlagen vorgeschrieben ist, wenn Personen im Gefahrenbereich sein können.
Tipp- und Dauerbetrieb kombinieren
In Maschinensteuerungen gibt es oft beides: ein Wahlschalter oder ein zweiter Taster legt fest, ob das Schütz mit Selbsthaltung oder nur tippend arbeitet. Im Tippbetrieb wird der Haltekontakt durch den Wahlschalter unterbrochen.
Bei Rollladenantrieben
Ob ein Motor tippend oder bis zur Endlage fährt, entscheidet nicht der Motor, sondern der Schalter oder Aktor davor. Ein einfacher Jalousietaster ohne Elektronik arbeitet immer im Tippbetrieb; ein Rollladenschalter mit Rastung oder ein elektronischer Aktor fährt nach kurzem Druck durch.